Die letzten Touren sind gemacht und langsam vergeht auch ein wenig der Spaß am Motorradfahren. Es wird einfach sehr kalt und außerdem muss man jeden Tag aufs Neue mit Regen rechnen. Theoretisch könnte es sogar schneien wenn man Pech hat. Also muss ich mich wohl oder übel wieder aufs Neue mit den leidigen Wintervorbereitungen auseinander setzen.
Schade eigentlich, denn ich hatte mir extra für die Touren noch eine neue Federung gekauft. Eine top Hydraulikfederung mit der ich mir ein ganz neues und vor allem bequemes Fahrgefühl versprochen hatte. Aber es kommt ja immer wie es kommen muss. Die Hydraulikfederung ist erst gestern angekommen und ich habe ehrlich gesagt keine große Lust mehr, jetzt noch einmal den Schraubenschlüssel in die Hand zu nehmen.
Ich habe mich natürlich im Vorfeld eingehend mit dem Thema Hydraulik und Hydraulikfederung auseinandergesetzt und mich ein Wenig über die Vor- und Nachteile von Hydraulik gegenüber der Pneumatik erkundigt. Die grundlegenden Unterschiede zwischen den beiden Federungen liegen im Medium.
Das Medium selbst dient im Hydraulikaggregate zur Übertragung der Kräfte oder eben zur Dämpfung von Stößen durch geregelte Verdrängung des Hydraulikmediums. Luft ist in diesem Zusammenhang sehr kompressibel und daher hat man bei schlecht eingestellten Pneumatik- Federungen oft das Problem, dass sich bei einem heftigen Stoß ein Wippen einstellt, welches durch die besseren Eigenschaften eines hydraulischen Mediums angefangen werden könnten.
Bewegungen einer hydraulischen Federung sind viel ruhiger und träger. Der Nachteil daran ist, dass man eine hydraulische Federung auf die entsprechenden Fahrverhältnisse einstellen muss. Die Hydraulikzylinder können auf Grund der Inkompressibilität des Mediums nur in dem Grad nachgeben, in dem die Zylinder eingestellt sind.
Kompressibilität kann man sich leicht vorstellen. Nehmen sie einfach eine Fahrradpumpe zur Hand und drücken sie den Kolben in den Zylinder, während sie auf der Vorderseite das Auslassventil zuhalten. Bei Luft als Medium, hier würde man dann von Pneumatik sprechen, lässt sich der Kolben mehrere Zentimeter in den Zylinder hineindrücken. Luft kann also schon unter geringem Druck komprimiert werden. Wenn sie den gleich Versuch nun mit einem Medium wie Öl oder Wasser durchführen würden, dann könnten sie den Zylinder nur wenige Millimeter, bzw. so gut wie gar nicht in den Zylinder hineindrücken.
Flüssigkeiten sind nahezu inkompressibel und deshalb eignen sie sich auch sehr gut zur Dämpfung und Kraftübertragung über Hydraulikzylinder.
